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Die Mesa

Medizinsteine und persönlicher Altar

Jede schamanische Tradition beinhaltet eine Form von Medizinbündel. Ob mit Salbei, heiligen Figuren, Steinen oder Symbolen bestückt, das Medizinbündel ist in jeder Hinsicht eine Kraftquelle.

In der Andentradition hat das Medizinbündel, die sogenannte Mesa, eine sehr wichtige Stellung. Das Wort "Mesa" ist eine Ableitung von dem spanischen Wort "misa", welches heilige Messe bedeutet. Mesa heisst aber auch "Tisch" und "Tafel". Das Wort hat sich über lange Zeit etabliert, genauso wie das spanische Wort "Despacho".

 

Die Power der Mesa

Die Paqos werden in Peru auch "Hampuykamiyok" genannt. Das bedeutet "Der, der die Kräfte rufen kann". Diese Fähigkeit wird über eine persönliche Beziehung zu eben diesen Kräften entwickelt. Es kann vielleicht mit dem Vitamin B aus unserer Gesellschaft verglichen werden. Wenn wir Hilfe von Jemanden benötigen, dann kann es hilfreich sein, die richtigen Leute zu kennen und eine gute Beziehung zu diesen Menschen zu pflegen.

Nichts anderes ist es mit Pachamama. Jeder von uns hat eine Beziehung zu ihr. Die meisten haben diese unbewusst und sie ist auch in diesem Fall keine besonders gute oder innige Beziehung. Wir wissen gerade noch so eben, dass das Essen aus dem Supermarkt irgendwie aus der Erde kommt. Das war es dann aber auch schon.

Wer den Weg eines Pampamesayok beginnt, hat ein tiefes Bedürfnis diese Beziehungen mehr kennenzulernen, sie zu intensivieren und sie bewusst zu leben und im Gleichgewicht zu halten.

Das Aufbauen dieser Beziehungen geschieht über 3 Säulen in der Andentradition.

Mesa

Die Mesa ist unsere Brücke und unser Kanal zu den einzelnen Elementen des Universums.

 

Initiationen

Mit Hilfe von Initiationen, also Energieübertragungen, werden die Kuyas (Medizinsteine) mit einer bestimmten Energie verbunden und erweckt. Aber auch der/die werdende Pampamesayok bekommt ständig Initiationen in verschiedenen Variationen. Dazu gehören die großen Hatun Karpays, die mit der gesamten Mesa eines anderen Paqos übertragen werden sowie die einzelnen Energieübungen, die mit jedem Kuya in Meditation möglich sind, als auch Initiationen zu speziellen Sternen, Bergen, Flüssen und Kraftorten, die in den Körper und die Mesa übertragen und in der Zeit danach langsam integriert werden.

 

Zeremonien

Zermonien sind die Sprache, die wir benutzen, um mit der Natur und der Mesa zu kommunzieren. Mit Blumen, Wein, Gaben, Sound und Gebeten wird diese Beziehung genährt und gestärkt. - Oft in Form einer Despacho Zeremonie.

 

Mit der Mesa halten wir einen kraftvollen Altar, mit dem wir uns immer wieder selbst behandeln und ausrichten können. Die Kuyas sind sehr stark in ihrer Energie und stehen uns für Heilungen und Meditationen immer zur Verfügung.

Je mehr wir mit unserer Mesa "arbeiten" umso stärker wird unsere Beziehung zum Universum und zu Pachamama. Erst wenn die Beziehungen wirklich stabil und stark sind, können wir ebenfalls auch Hilfe und Heilung für andere Empfänger und Klienten erbitten.

Unsere Mesa steht dann im Service für die Welt und wird zu einem transportablem Kraftort.

 

Die Mesa-Arbeit ermöglicht uns das Entwickeln von sehr viel Selbstliebe - MUNAY.

 

13 Mesa Steine

Die Zusammensetzung der Mesa variiert ein wenig von Tradition zu Tradition und Region in den Anden. Aber jede Mesa besteht aus 13 Steinen. Die Zahl 13 steht für den weiblichen Mondzyklus. Die Steine in der Mesa werden "Kuyas" genannt. "Kuya" steht in diesem Fall für "Hingabe und eine liebevolle Beziehung". Ein Kuya ist also ein Stein, der mit Hingabe versorgt und geliebt wird. Diese Tatsache macht einen gewöhnlichen Stein zu einem Kuya - einem erwachten Stein, mit dem man eine Beziehung eingeht.

 

Die Bedeutung der 13 Kuyas ist in jeder Mesa gleich. Es gibt natürlich auch hier traditionelle Unterschiede, aber innerhalb einer Tradition haben die Kuyas eine ganz bestimmte Funktion. Sie halten 13 kosmische und natürliche Energien und Elemente, die von größter Bedeutung für unsere Balance und unser Gleichgewicht sind. Jede Mesa ist eine komplette Kosmologie. Diese kosmischen Energien, die in Initiationen jedem einzelnen Kuya übertragen werden, sind keine persönlichen Energien. Es geht hier also nicht um Kraftsteine, die eine persönliche heilende Erfahrung oder Geschichte für uns halten. Die Energien sind universelle Prinzipien, welche für die gesamte Erde und das Universum gelten. Erst deine persönliche Beziehung zu diesen einzelnen Kuyas und deine Erfahrungen in der Arbeit damit, machen deine Mesa zu etwas ganz Persönlichem. Die Mesa ist DEIN Spiegel, wie sehr und womit Du in Balance bist und womit nicht. Sie lehrt Dich Elemente des Seins, die Du vielleicht noch nicht lebst und hilft Dir im Ganzen in Balance zu kommen.

 

Die Kuyas tragen die Energien in sich und Du kannst sie jederzeit abrufen, indem Du mit deiner Mesa meditierst oder einzelne Steine in die Hand nimmst. Deine Mesa steht in ganz enger Verbindung mit Dir und hilft Dir auf sehr subtile Weise jeden Tag, dein Leben noch mehr zu balancieren, zu heilen und mit wachem Herzen zu Leben. Die Paqos sind in der Lage an Hand eines Blickes in deine Mesa, deine persönliche Entwicklung und deine Blockaden zu erkennen. Sie sehen, welche Elemente Dir fehlen und welche Du bereits gut integriert hast.

Deine Kuyas zeigen dies an Hand ihrer Kraft. Eine Mesa zu haben ist etwas sehr Besonderes und ein ganz persönlicher Lehrer. Man lernt direkt von den Kuyas, dem Universum und von Pachamama.

 

Die 13 Steine in einer Mesa sind:

  • Die 4 Himmelsrichtungen und Elemente
    • Osten - Feuer
    • Süden - Erde
    • Westen - Wasser
    • Norden - Luft
  • Pachamama Kuya
  • Apu Kuya (Berge)
  • Kaja Rumi (Blitz)
  • 2 Nustas Kuya (männlich und weiblich)
  • Machula & Payalla Kuya (Die Lichtahnen der Sterne - männlich und weiblich)
  • Pierro Kuya (Schutzstein der Mesa)
  • Lineage Stone (Der Linienstein der Paqotradition)
  • 2 Hucha Rumi (additive Reinigungssteine)

 

Heilungsprozess - Deine Mesa erstellen

Eine Mesa zu erstellen dauert ca 2-3 Jahre. In dieser Zeit kommen immer neue Steine hinzu, die Dir begegnen. Diese Steine triffst Du auf Wanderungen, an Orten oder manchmal auch im Steinshop. Die Paqos bringen von Pilgerreisen zu den Apus (Bergen) oft Steine mit, die sie dort "getroffen" haben und entscheiden dann, ob es ein Mesakuya wird oder nicht.

Wenn die Steine zu Kuyas werden startet dein Heilungsprozess. Mit Übungen, Zeremonien und vielen Meditationen beginnst Du nun dein Universum zu erweitern und auszudehnen - Du beginnst neue Energien zu integrieren und Dich zu verändern.

 

Zu den einzelnen Elementen und Kuyas der Mesa gibt es unzählige Übungen, Initiationen und Techniken, die Du über Jahre hinweg lernen und verfeinern kannst. Selbst die Paqos lernen immer wieder von einander.

 

Healings mit der Mesa sind extrem kraftvoll und starten einen Heilungsprozess, der sich über Monate entfaltet und erblüht.

Es ist ein unglaublich schöner und berührender Weg der Selbstheilung. Die Energien sind sehr sanft und dennoch so kraftvoll, dass sie körperlich klar und deutlich spürbar sind.

 

Wenn Du von den Paqos lernen willst, dann führt kein Weg an der Arbeit mit Steinen/Kuyas vorbei. Sie sind das Zentrum dieser Tradition.

Und vielleicht geht es Dir wie mir - und Du hast schon immer Steine gesammelt und damit meditiert. Dann gibt Dir diese Tradition nochmal einen tiefen Sinn in der Arbeit mit Steinen.

Enjoy my dear Rainbowfellow !

Über mich


"Ich gehe seit 2010 den Weg einer Pampamesayok.

Das ist Quechua und bezeichnet in der Andentradition einen Menschen, der mit den Kräften der Natur arbeitet.

Auf diesem Weg geht es darum, durch das Erkennen und Fühlen der Schönheit der Natur, die eigene innere wahre Natur wieder zu spüren und das Leben und den Alltag in dieser Gnade zu meistern.

Mit jedem Berg, mit jedem Fluss, mit dem wir sprechen, sprechen wir zu den Bergen und Flüssen in uns.

 

Wir sind Natur - Und diese ist göttlich!